anstadt

Die Anstadt wurde vor über sieben Jahren als Freiraum und Wohnprojekt besetzt. Sie fügt sich damit in die lange Tradition sozio-kultureller Initiativen im ehemaligen Berner Gaswerkareal ein, zu denen unter anderem das «Freie Land Zaffaraya» sowie die Besetzung der Dampfzentrale in den 1980er Jahren gehören.

Mit den eigendständigen Vereinen KRK, welcher die ehemalige Feuerwehrhalle verwaltet, sowie dem unkommerziellen Probe- und Veranstaltungsraum Vakuum wird die Anstadt ganzjährig von Menschen, die nicht vor Ort wohnen, als autonomer Freiraum mitgenutzt, mitbespielt und mitgetragen.

Regelmässig sind soziokulturelle Projekte die temporär unkommerzielle Arbeits- oder Wohnräume benötigen, wie etwa der Zirkus Chnopf, die Heitere Fahne oder der Zirkus Wunderplunder zu Gast in der Anstadt.

Aktuell

Unterstützungs-Brief der Anstadt für Rojava

26.01.2026

Es ist Januar 2026 und die ganze Welt ist betroffen: Rund um den Globus werden Menschen politisch unterdrückt, in imperialistische Kriege verwickelt und skrupellos hingerichtet. Der dahinterstehende Angriff auf feministische Grundwerte und das demokratische Fundament, auf dem freiheitliche Gesellschaften gebaut sind, ist allumfassend.

Das selbstverwaltete Gebiet Rojava (DAANES) steht dabei aktuell im Auge des Sturms. Hier zeigt sich exemplarisch, wie ein autonomes, basisdemokratisches Friedensprojekt zwischen den geopolitischen Interessen der Grossmächte, dem marktwirtschaftlichen Ressourcenhunger und autoritär-faschistoiden Ideologien zerrieben wird. Westliche Staaten schauen dabei tatenlos zu, die NATO hat sogar grünes Licht gegeben – und auf die menschenverachtende Politik der Demagogen ist ohnehin geschissen.

Es ist daher an uns! Wir schliessen uns einer weltweiten Solidaritätsbewegung an und verteidigen gemeinsam die Revolution in Rojava. Die Anstadt versteht sich dabei als kleines Schwesterprojekt, das dieselben Werte vertritt: Basisdemokratische Autonomie, Solidarität, Ökologie und queerfeministische Praxis.

Wir sind zutiefst betroffen über die Angriffe auf Rojava. Darüber hinaus sind wir jedoch vor allem berührt von der weltweiten Widerstandsbewegung und fühlen uns in tiefer Verbundenheit mit all ihren Akteur:innen. Gerade in diesen Tagen ist es ungemein wichtig, Position zu beziehen, öffentliche Narrative kritisch zu hinterfragen, sich unabhängig zu informieren und sich im gemeinsamen Austausch weiterzubilden und zusammenzuschliessen.

Wir stehen mit der Mahnwache für Rojava auf dem Bundesplatz. Wir schliessen uns den zahlreichen kurdischen Demonstrationen an. Wir denunzieren das Schweigen und jede Gewalt gegen die Gesellschaft einer hoffnungsvollen Zukunft.

Ein solidarisches, feministisches Bern steht in der Pflicht, mit aufzustehen: Für eine pluralistische, egalitäre und von Respekt und Frieden geprägte Erde!

Auf dass die Sonne über Rojava niemals untergehe!

Das Anstadt-Kollektiv

„I am no longer accepting the things I cannot change. I am changing the things I cannot accept.“ – Angela Davis

A Litany for Survival

For those of us who live at the shoreline
standing upon the constant edges of decision
crucial and alone
for those of us who cannot indulge
the passing dreams of choice
who love in doorways coming and going
in the hours between dawns
looking inward and outward
at once before and after
seeking a now that can breed
futures
like bread in our children’s mouths
so their dreams will not reflect
the death of ours;
 
For those of us
who were imprinted with fear
like a faint line in the center of our foreheads
learning to be afraid with our mother’s milk
for by this weapon
this illusion of some safety to be found
the heavy-footed hoped to silence us
For all of us
this instant and this triumph
We were never meant to survive.
 
And when the sun rises we are afraid
it might not remain
when the sun sets we are afraid
it might not rise in the morning
when our stomachs are full we are afraid
of indigestion
when our stomachs are empty we are afraid
we may never eat again
when we are loved we are afraid
love will vanish
when we are alone we are afraid
love will never return
and when we speak we are afraid
our words will not be heard
nor welcomed
but when we are silent
we are still afraid
 
So it is better to speak
remembering
we were never meant to survive.

– Audre Lorde

Statement der Anstadt zu den Abstimmungen über das Gaswerkareal

02.12.2025

Es soll also gebaut werden. Das Versprechen von preisgünstigem Wohnraum zeigt Wirkung. Die «marktergänzende» Immobilienpolitik der Stadt beisst damit zahnlos ins «Filetstück» von Bern – dem Gaswerkareal. Die Anstadt, als symbolische Alternative für eine antikapitalistische Stadt, zieht dabei trotz wohlwollender Lippenbekenntnisse und insgeheimer Faszination für selbstorganisierte Lebensräume den Kürzeren. In ihrer
heutigen Form passt sie nicht in eine vom marktwirtschaftlichen Basilisken vergiftete Stadtentwicklung. Reglementierungen, NutzungsziRern und Budgetzahlen sprechen gegen sie – Herzen, Träume und die spürbare Notwendigkeit anderer Beziehungs- und Gesellschaftsformen sprechen für sie. Wir bekommen die Stadt, die wir uns wählen.

Die Anstadt hat in den vergangenen Monaten mit Flyern, Videos, Interviews, Führungen und einer lautstarken Demo gezeigt, dass sich ihr Wert nicht beziRern lässt. Das grosse
mediale Interesse und ein neu erwachter politischer Gesprächswille bezeugen das. Plötzlich wird etwas Wertvolles verdrängt, wo vorher nur brachliegendes Potenzial gesehen wurde. Immerhin lehnt ein Viertel der Abstimmenden die Überbauung ab – viele von ihnen, weil sie Freiräume, Jugendkultur und die hohe Biodiversität nicht verdrängen wollen.

Ein Viertel der Fläche – und damit der ökologisch wertvollste Teil des Gaswerkareals – wird heute von der Anstadt kollektiv, solidarisch und widerständig gebraucht. Ein Viertel der geplanten Überbauungsfläche soll in Zukunft markt- und profitorientierten Bauträgerschaften zugesprochen werden. Es ist dieser Viertel, der in Bern die
bürgerliche Linke von der radikalen Linken trennt. Ist es nicht jetzt an der Zeit, einem real existierenden Freiraum den Vorzug zu geben – und dem Markt-Basilisken damit den Zahn gemeinsam ins Fleisch zu bohren?

In diesem Sinne machen wir weiter. Für eine diversere Stadt für alle Menschen. Für ein Gaswerkareal mit der Anstadt.
Einen Luftkuss an alle Unterstützenden – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!
Anstadt bleibt! <3

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Nein zur Überbauung des Gaswerkareals

Volksabstimmung vom 30.November

Einmal mehr droht ein kultureller und politischer Freiraum auf Kosten profitorientierter und mutloser Wohnpolitik zu verschwinden.

Polizeieinsatz vom 15.05.25

Lies unsere Stellungsnahme zum unverhältnismässigen und rassistischen Polizeieinsatz vom 15.05.2025

Zur Stellungsnahme

Abolish -Politmonat

Gegen Grenzen, Racial Profiling, Polizeigewalt, Patriarchat, Strafjustiz und das diskriminierende System! Für den Aufbau von emanzipatorischen Alternativen und radikale Fürsorge

Im Mai 2025 in der Anstadt

Buch: Aus der Anstadt – Momentaufnahme eines Wagenplatzes

Zwischen 2023 und 2024 haben David Fürst und Max Gnant den Freiraum Anstadt mit Kamera, Stift, Papier und Neugier begleitet. Daraus ist ein Buch mit Portraits in Wort und Bild entstanden – herausgegeben vom Verlag «edition megafon» und gestaltet von Leo Nydegger. Eine Momentaufnahme, möglichst facetten- und abwechslungsreich, ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder Objektivität.

Preis: 20.- / 30.- Soli – etwa monatlicher Versand

Bestellen über anstadt@disroot.org oder über das Megafon